Aufgabe
Chilehaus x Logo x Stadtmöbel auf dem Deichtorplatz
Mitarbeiter
Ulrich Hahnefeld, Stephan Schrick, Sascha Maucic (SHE_arch)
Dank an ABAKUS, Herrn Minnerup
Resopal, Herrn Schaefer
Bauherr
SHE_arch
Standort
Deichtorplatz, Hamburg
Material
Resopal
Datum
Sommer 2003
Zahlen
 
■ Stadtmöbel · Hamburger Architektur Sommer 2003
Scaling


Let`s get physical oder: der Idee sinnliche Form geben

Der Architektursommer wird immer erfolgreicher: mehr Veranstaltungen als je zuvor, innovative Beiträge junger Entwerfer, offizielle Schirmherrschaft, (inter)nationale Beachtung, ein übergeordnetes Thema: „Wege der Moderne"... Architektur gewinnt wieder mehr an Bedeutung im öffentlichen Diskurs. Doch eines hat der kurze Sommer der Architektur nicht: eine über alle theoretischen und praktischen Einzelbeiträge hinaus übergreifende, sinnliche, räumliche Manifestation. Dachten sich die Köpfe von SHE_arch: „Es gibt zwar ein Logo", erklären sie, „aber das bleibt abstrakt und „flach" - in der bloß grafischen Form und im Inhalt. Es bezieht sich bloß auf das längst historisch gewordene Prinzip Modernität, verbildlicht durch das Chile-Haus. Eine Ver-Körperlichung, die in die Zukunft weist, fehlt!" Um der Veranstaltung auch einen visionären wie physischen Ausdruck zu geben, erarbeiteten sie in der ihnen eigenen Art der „zufälligen Entstehung" (Incidential Streaming) eine überraschende Umsetzung. Dabei wurde nicht klassisch konstruiert oder designt, sondern mit Hilfe von zum Beispiel Computerprogrammen ein kreativer Prozeß initiiert, dessen Ausgang zunächst offen war, wie bei einer Gleichung mit vielen Unbekannten. Als Ergebnis wird ab 3. Juli, 19 Uhr, in Sichtweite des Chile-Hauses und mit Bezug auf die Ausstellung eines modernen Über-Vaters, Arne Jacobsen, eine überdimensionale Raum-Plastik stehen - vor den Deichtorhallen wird das Logo tausendfach in 3D überhöht auf 35 x 18 x 1,6 Meter. Diese Vergrößerung geht dabei über die z. B. von Rauschenberg und seinem postmodernen Adepten Jeff Koons entwickelten Big Size - Objekte hinaus, weil sie eine abstrakte Idee transformiert. Die Fläche wurde wie seismografisch abgetastet und maximiert. Alle Dimensionen werden relativ. Wie wenn das Auge einer Mikrobe über die Ober-Fläche von Papier und Druckfarbe streift, erheben sich Höhen und Tiefen... als ob der Hoffnung Ausdruck verliehen würde, das mit den kleinen Aktionen des Architektursommers größere Wirkung erzeugt werden würde. Aber auch zum unernsten Umgang wie Sitzen, Liegen, Spielen wird angeregt - Architektur bleibt auch intuitives, undogmatisches Projekt, weiter ein permanenter Abenteuer-Spielplatz. Damit hat eines der schon seit langem aktiv am Architektursommer beteiligten Büros deutlich die Bedeutung von Raum als „Stadtdesign der Zukunft" umgesetzt und Abstraktes konkret und sinnlich gemacht. Zum Gelingen haben verschiedene Partner tatkräftig beigetragen (Resopal für das Material, Abakus für die Produktion, CAI für Kunst, Santiago für Grafik, Dynamik-Druck für Flyer, Grendel-Henke für PR, Tom Hegemann für Interpretation/Text, das Publikum: ..für sich selbst.. und für die gute Sache.)

Tom Hegemann