Aufgabe
Neubau Wohn-/Geschäftsgebäude
Mitarbeiter
Ulrich Hahnefeld, Gabriele Roy, Stephan Schrick
Bauherr
Bürgerstadt AG Hamburg
Standort
Baufeld 10, Dalmannkai Hamburg
Material
Stahlbeton, Tiefe Fassade aus Stoff-/Glaselementen
Datum
10-05 bis 11-05
Zahlen
5000 m² BGF
 
Workshop Baufeld 10 Hafencity · Hamburg
plastisch


Dazwischenraum

Architekturworkshop Baufeld 10

In dem in der Aufgabenstellung festgelegten Gestaltungsrahmen für die Neuinterpretation der äußeren Erscheinung des Hauses Baufeld 10 liegt unser Schwerpunkt in der Betrachtung der Gestaltung und auch Nutzung der Fassade.
Im Kontrast zur Architektursprache der umgebenden Bebauung wird die Gebäudekubatur durch ein feingliederiges System einer raumbildenden Stahlstruktur zusammengefasst. Erst dadurch entsteht in formaler städtebaulicher Annäherung an die Gebäude der Umgebung ein ruhiger Baukörper als Solitär. Dahinter ergeben sich durch Auskragungen der Geschossplatten in variierenden Tiefen, Räume im Grenzbereich zwischen Innen und Außen, die dem Haus eine eigene Identität geben. Durch mobile Bespannungen, veränderbare Verglasungen u.ä. kann diese Zwischenzone von den Nutzern permanent modifiziert werden. Der wandelbare Zwischenraum bietet den Nutzern immer wieder neu Aneignungs- und Gestaltungsmöglichkeiten. Die Wohnungen können sich öffnen oder introvertiert zurück ziehen. Äußere Faktoren wie Sonne, Lärm, Wind u.ä. werden nach Wunsch gezielt gefiltert. Vom umgebenden Stadtraum betrachtet erscheint das Haus in wechselnden Ansichten aber in nachvollziehbarem System.
Hinter der „tiefen Fassade“ bleibt der Baukörper pragmatisch und orthogonal. Durch Vor und Rücksprünge der eigentlich thermisch trennenden Fassade auf die pro Geschoss weich oszillierenden Linien der zweiten Haut ergibt sich ein abwechslungsreiches Spiel. Auch die Gestaltung des Daches zeigt diese Gestaltungselemente: Der Baukörper endet nicht abrupt sondern läuft aus über eine Zone zwischen Haus und Himmel. Auch dieser Außenraum kann vielfältig verändert werden und dient als Gemeinschaftsfläche der Baugemeinschaft.
Die gewählten Linien und Räume formen insgesamt eine prägende Zwischenzone bei einer Bauaufgabe im Wechselbereich auch zwischen Wasser und Land. Diese strukturelle Gestaltungsidee lässt die Grenzlinien dieses Wohnhauses wechseln und wohltuend weniger eindeutig erscheinen.