SHE Architekten

Overview

Restaurant Vivet • Hamburg

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 Mytochondrien • flirren Interieur

Ausgangspunkt für Vivet war es, einen neuen attraktiven Ort für ein Restaurant, ein Cafe in der östlichen Innenstadt Hamburgs zu schaffen. Das anspruchsvolle Gastronomiekonzept verlangte von Beginn der Entwurfsphase an eine architektonische Gestaltung des Raumes, die Elemente der aktuellsten Architekturdiskussion anklingen lässt.
Ziel war es einen neuen Raum in dem denkmalgeschützten Barkhof in der Spitalerstraße zu schaffen, der den Gast interessiert und zu Fragen herausfordert, indem er versucht einen Ort mit einer Gestaltung anzubieten, der bekannte Sehgewohnheiten verlässt. Das dort installierte "Neue" soll in gleicher Weise überraschen wie positiv herausfordern sich auf den Raum einzulassen.
Die eindeutige Längsrichtung des Raumes der sich hinter einer schmalen Fassade an der Spitalerstraße bis tief in das Gebäudeinnere erstreckt, wird mit einer eindeutigen Zonierung betont. Die beiden Bankreihen mit den überhohen Rückenlehnen aus gekantetem, 10mm starken Aluminiumblech mit den eingelaserten Garderobenhaken bilden die definierten Begrenzungen des Gastbereiches, der von den freier aufzustellenden Tischen und den gänzlich frei zu bewegenden Stühlen gefüllt wird. Stehend kann der Gast über den Aluminiumrückwänden den gesamten Raum überblicken, sich orientieren und seinen Platz finden. Sitzend befindet er sich in einem deutlich geschützteren Raum und kann sich trotz des regen Treibens und der für einen solchen innerstädtischen Standort gewünschten Bewegung wohlfühlen und entspannen.
Beginnend mit der Faltung der Rückwand der mitten in Raum stehenden Bankreihe erstreckt sich ein System von gefalteten Bauteilen im Raum und bildet eine Bewegung senkrecht zur Längsachse von Vivet. Die Projektionswand zeigt durch die Länge des Raumes beginnend am Fenster zur Spitalerstraße einen Bruch der diagonal bis zum oberen Ende der Rückwand der Bank in der hinteren Raumecke verläuft. Die auf diese Wand projizierten Bilder verlieren dadurch die eindeutige, rechtwinklige Form. Die eigentliche Abschlusswand in inneren des Barkhofes trägt einen Spiegel, der im Verlauf des ankommendes Bruches eine Fuge hat, die ihn folgerichtig ebenso diagonal von rechts oben bis links unten teilt. Die unterschiedlichen Neigungen der Spiegelteile lassen den Raum endlos erscheinen und erzeugen eine überraschende Perspektive, die die Decke mit dem Boden und den Tischreihen zu verschmelzen scheint. Dem Raum wird bewusst sein definiertes Ende genommen. Die erzeugte Illusion der Unendlichkeit ist aber eben keine einfache Spiegelung sondern führt den Blick des Betrachter in einem leichten Bogen nach Rechts in die Ferne. Selbst am Tisch unmittelbar am Spiegel sitzend hat man das Gefühl in der Mitte des Raumes zu sitzen. Die sonst so wenig beliebten Plätze in der Tiefe von Räumen werden hier mit einer besonderen Qualität ausgestattet. Die Fuge des Spiegel setzt sich fort in der dynamisch abgeschnittenen Wand, die die Küche einfasst und die Bewegung einleitet, die der Tresen aufnimmt und wieder zurück zum Eingang führt.

Ebenso wie der gesamte Raum ist auch die fragmentierte Decke in Längsrichtung organisiert, die aber auch die angesprochene Querbewegung zeigt. Die sechs Deckenfelder folgen einer definierten Geometrie und sind an jedem Punkt geneigt. Zwischen den einzelnen Schollen, die fächerartig ineinander greifen, bilden sich Kanten und Brüche in denen die Entlüftung, das Beleuchtungssystem und die Beamer Platz finden. Die beiden von vorne nach hinten verlaufenden Kanten finden die Fortsetzung zum einem in der polygonalen Faltung des Deckenstücks am elektrischen Hubfenster und zum anderen in einer Fuge wiederum auf den Spiegelflächen an der Rückwand. Das System von Brüchen und Bezügen setzt sich fort durch die Projektion der Deckenfugen auf den Fußboden. Subtil und vom eiligen Gast wahrscheinlich zuerst nicht bemerkt, trennen auch hier die gleichen Fugen die beiden leicht unterschiedlich gefärbten Linoleumbeläge. Beweis dafür, das sich der Raum nicht sofort und auf den ersten Blick erschliessen soll, sondern auch bei mehrmaligem Besuch noch Entdeckungen für den Gast bereit hält.
Der Wunsch den Raum mit einer intensiven Wirkung zu formen wird unterstützt durch die Realisierung eines Lichtkonzeptes, das es ermöglicht den Raum in jede denkbare Lichtstimmung zu versetzen. Die versteckt eingebauten Leuchten spielen wiederum mit dem Moment der Überraschung. Jede Lichtfarbe in jeder Lichtintensität ist bis hin zur Bestimmung der Frequenz des Farbwechsels möglich. Zusammen mit den Aufmerksamkeit fordernden Projektionen der Beamer wird auch auf dieser Ebene ein ungewöhnlicher Ort geschaffen.
Insgesamt entsteht ein immer wieder abwechslungsreiches Bild eines Raumes, der mit Vokabeln wie Illusion, Fragment, Spannung und Energie spielt und trotz unbeweglicher physischer Manifestation eben doch erreicht Bewegung und Uneindeutigkeit zu zeigen. Gerade diese Parameter erzeugen eine starke, selbstbewusste, unverwechselbare Identität für das Vivet.

Aufgabe

Ausbau einer Ladenfläche zum Restaurant VIVET

Mitarbeiter

Anna Nicolas-Espig, Ulrich Hahnefeld, Stephan Schrick, Caroline De Grahl, Sascha Maucic, Inka Kersting, Robert Betz (SHE_arch)

Bauherr

KOKA Verwaltung GmbH Hamburg

Standort

Spitalerstrasse 9, 20095 Hamburg

Material

Innenausbau GK, Edelstahl, Aluminiumbleche, Linoleum

Datum

 

Zahlen

 

Foto

07-01 bis 02-02

 

290m² BGF

 

Oliver Heissner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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